Kann ein Reisekunde seine gebuchte Kreuzfahrt im/durch das Rote Meer wegen der derzeitigen Angriffe von Huthi-Rebellen auf Frachtschiffe kostenfrei stornieren?

Kommt es zum Zeitpunkt des Reisestarts einer Kreuzfahrt zu einer konkreten Gefahrenlage im Zielgebiet einer Kreuzfahrt, kann der Reisende aufgrund unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände kostenfrei vom Reisevertrag zurücktreten. Zum Zeitpunkt des Rücktritts muss die Gefahrenlage beim Reisestart aber feststehen bzw. höchst wahrscheinlich sein. Ein Indiz hierfür ist auch stets eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Von Schiffsreisen im oder durch das Rote Weiterlesen

Kann man von einer Kreuzfahrt kostenfrei zurücktreten, wenn der Reiseveranstalter mitteilt, dass das gebuchte Kreuzfahrtschiff gegen ein anderes Schiff ausgetauscht und auch die Route der Reise geändert wird?

Kommt es nach Abschluss des Reisevertrages zu erheblichen Änderungen der vertraglich vereinbarten Reiseleistungen, kann der Reisekunde kostenfrei von der Kreuzfahrt (Pauschalreise) zurücktreten. Kommt es zu einem Schiffswechsel, Weiterlesen

Der Rückflug von unserer Kreuzfahrt nach Deutschland hatte wegen eines Defekts am Flieger 7 Stunden Verspätung. Können wir, obwohl der Rückflug mit zum Reisevertrag gehörte, von der Fluggesellschaft eine Ausgleichszahlung nach den EU-Fluggastrechten fordern?

Wenn die EU-Fluggastrechte für den Flug gelten, ist ein Anspruch möglich. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Flug individuell gebucht wurde oder Bestandteil einer Pauschalreise (Kreuzfahrt) ist. Bei größeren Flugverspätungen (ab 3 Stunden) kann sich gegen die Airline ein Anspruch auf eine sog. Ausgleichszahlung ergeben, wenn sich die Fluggesellschaft nicht auf unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände (z.B. schlechtes Wetter) berufen kann. Ein technischer Defekt am Flugzeug stellt in der Regel keinen Entlastungsgrund dar, so dass der Passagier eine Ausgleichszahlung fordern kann. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich nach der Flugstreckenlänge und liegt zwischen 250 und 600 €. Die EU-Fluggastrechte sind für jeden Flug, egal mit welcher Airline, ab einem Flughafen der EU anwendbar, ferner für Flüge von einem Drittstaat in die EU mit einer Fluggesellschaft, die ihren Sitz in der EU hat (z.B. New York nach Frankfurt/M. mit Lufthansa). Kommt es zu einer größeren Verspätung, muss die Fluggesellschaft den Passagier über die Fluggastrechte informieren. Weiterlesen

Kann man kostenfrei von einer Kreuzfahrt zurücktreten, wenn es zu einer Routenänderung im östlichen Mittelmeer aufgrund der aktuellen Lage in Israel kommt und die Häfen Haifa und Ashdod gestrichen werden?

Ein kostenfreier Rücktritt von einer Pauschalreise ist möglich, wenn es zu einer erheblichen Änderung der Reiseleistungen kommt. Gerichte urteilen bei einer Routenänderung auf einer Kreuzfahrt hierzu unterschiedlich, darum kann an dieser Stelle nur eine Einschätzung abgegeben werden. Fällt zum Beispiel nur ein zugesagter Hafen von einer Vielzahl von geplanten Häfen aus, Weiterlesen

Gibt es eigentlich die Bezeichnung „Fachanwalt für Reiserecht bzw. Kreuzfahrtrecht“?

Nein. In Deutschland gibt es derzeit 24 Fachanwaltsbezeichnungen z.B. für Arbeitsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht u.a. Für das Reiserecht gibt es einen solchen Fachanwaltstitel bislang nicht, da sich auch zu wenige Anwälte (-innen) auf das Reise- und Luftverkehrsrecht spezialisiert haben. Aufgrund von nationalen und internationalen Gesetzen und Verordnungen ist es aber sehr sinnvoll, bei reiserechtlichen Fragestellungen, einen Anwalt (-in) zu konsultieren, der regelmäßig und intensiv im Reise- und Luftverkehrsrecht tätig ist. Weiterlesen

Können sich Reiseveranstalter bei einer Routenänderung der Kreuzfahrt auf ihre Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), also das Kleingedruckte, berufen und eine Reklamation des Kunden mit einem Minderungsbegehren zurückweisen, da eine Klausel in den AGB eine Änderung der vertraglich vereinbarten Route gestattet?

Nein. Die nachträgliche Änderung einer vertraglich vereinbarten Route einer Kreuzfahrt stellt in den meisten Fällen einen Reisemangel dar. Nach der Ansicht zahlreicher Gerichte nützt dem Reiseveranstalter ein Änderungsvorbehalt in seinen AGB nichts, da es sich bei Weiterlesen